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1. Männer Eider Harde überrollt Jungfüchse in der Crunchtime

Diesen Besuch wird niemand der knapp 500 Zuschauer in der Hohner Werner-Kuhrt-Halle bereut haben. Im Gegenteil: Die Fans sahen tollen, spannenden und hochklassigen Handballsport beim 33:28 (16:15)-Sieg der HSG Eider Harde über die Füchse Berlin II – bis dato Tabellenzweiter der 3. Liga Nord-Ost. Tenor nach dem Spiel: eines der besten, wenn nicht das beste Saisonspiel der Männer von Trainer Matthias Hinrichsen. Hinten dicht, vorne effektiv. „Das hat Spaß gemacht heute. Ich bin stolz auf jeden Einzelnen“, schwärmte der Coach.

Sein Co-Kapitän Jannik Oettershagen ergänzte: „Die Halle hat uns in den letzten Minuten den nötigen Push gegeben, hier war richtig Halli-Galli auf der Tribüne.“ 8:2 gewann die HSG die letzten sechs Minuten. Von 25:26 stellten die Gastgeber in kürzester Zeit auf 33:28.

Crunchtime können sie, die Eider-Handballer. Aber auch die ersten 55 Minuten entlockten den Zuschauern Ahs und Ohs. Die Jungfüchse, von denen fast keiner das 21. Lebensjahr schon vollendet hat, bestechen üblicherweise durch enormes Tempo – Highspeed-Handball in Reinkultur. In Hohn schafften sie es sage und schreibe auf einen Tempogegenstoß und der war auch noch sichere Beute des starken Goalkeepers Jorge Schmidt. 14 Paraden durfte sich Schmidt in sein Lastenheft schreiben. Darunter drei Siebenmeter von Jan Grüner, bester Torschütze des DHB-Teams beim Gewinn der U19-Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr.

Schmidt, immer wieder Schmidt! Was er nicht zu fassen bekam, räumten seine Vorderleute ab. Der Mittelblock mit Emotional Leader Jannis Schneider und seinem etwas ruhigeren Nebenmann Max Dau bildete das Prunkstück der HSG an diesem Sahnetag.

Apropos Dau: Einmal an diesem Spieltag überquerte der Abwehrstratege die Mittellinie. Gute zwei Minuten vor Abpfiff pflückte der Lockenkopf eine Schmidt-Parade an besagter Linie herunter und nahm sein Herz tippenderweise in beide Hände. Ein Haken, ein Antritt, vorbei. 30:27. Die Vorentscheidung. Die Halle? Ausnahmezustand.

Hinrichsen: „Unsere Abwehr hat insgesamt einen überragenden Job gemacht. Wenn wir den Gegner ins gebundene Spiel zwingen, wird es für ihn immer schwer.“ Nur den elffachen Torschützen Julian Kusche bekamen die Hausherren nie zu fassen.

Und wie lief es vorne? „Wir hatten in Halbzeit zwei 27 Angriffe und haben 17-mal getroffen, das macht eine Quote von fast 63 Prozent. Das ist sehr gut“, analysierte Hinrichsen.

Was auffällt: Durch das Comeback des Strippenziehers Finn-Luca Bies verfügt der Eider-Angriff über wesentlich mehr Variabilität, Tiefe und Überraschungsmomente, von denen auch wieder Kreisläufer Thore Heinemann (9 Tore) profitiert. Hinrichsen: „Wir haben insgesamt in der Offensive sehr souverän agiert.“

Schmidt, Haack; T. Heckel (1), Rohwer (1), Kock (2), J. Oettershagen, Schneider (2), Mumm, Heinemann (9), Hartwich (2), Dau (1), Abelmann-Brockmann (5/5), Glumm (4), Frahm (1), Bies (4), Hamann (1)