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1. Männer Saisonfinale mit Derby und Abschieden

Der Sonnabend in der Hohner Werner-Kuhrt-Halle steht ganz im Zeichen des Drittliga-Handballs. Um 19.15 Uhr fällt der letzte Vorhang in der 3. Liga Nord-Ost der Männer, wenn die HSG Eider Harde die HSG Ostsee zum SH-Derby empfängt. Während die heimische HSG den achten Platz bereits sicher in der Tasche hat und auch in der nächsten Saison in der 3. Liga antreten darf, müssen die Ostsee-Handballer den bitteren Gang in die Regionalliga antreten. Nach der 26:39-Heimniederlage gegen Eintracht Hildesheim und dem gleichzeitigen 28:28-Remis des Oranienburger HC in Rostock ist der Abstieg besiegelt. „Insofern freuen wir uns auf einen schönen Abschluss und ein munteres Handballspielchen frei von Druck“, sagt Eider-Trainer Matthias Hinrichsen.

Um richtig viel geht es dagegen in der Partie vor dem Männerspiel. Die 1. Frauen der HSG möchte mit dem nächsten Sieg in der Aufstiegsrunde einen weiteren Schritt in die 3. Liga gehen. Zu Gast ist der SV Fortuna 50 Neubrandenburg. Also gilt: Alle HSG-Fans sollten spätestens zum Anpfiff um 16.15 Uhr in der Halle sein. Oder sogar noch früher, denn …

… schon ab 15 Uhr lohnt sich das Kommen. Rund um die Halle wartet ein buntes Rahmenprogramm auf die Fans: Tombola, Wein-, Sekt-, Lillet- und Aperol-Bar. Für den herzhaften Hunger sind Grill & Pommes am Start, dazu gibt’s Kaffee, Kuchen und Eis und natürlich frisch gezapftes Bier. Alle Einnahmen fließen direkt ins Crowdfunding für die 3. Liga. Weitere Infos lesen Sie hier.

Und als wäre das alles noch nicht Grund genug, in die Halle zu kommen, steht im Anschluss noch ein ganz besonderer Moment an: Es wird emotional, es wird persönlich – und es wird Zeit, Danke zu sagen. Danke an fünf Spieler, die in der kommenden Saison nicht mehr das Trikot der HSG Eider Harde tragen werden.

Jannik Oettershagen

2013 als A-Jugendlicher von Thies Schmalfeld in die 1. Männer hochgezogen, kämpfte sich „Ötti“ in seiner ersten Saison mit dem Team am letzten Spieltag gegen den HSV zum Klassenerhalt in der damaligen Oberliga (Liga 4). Mehr als ein Jahrzehnt und einige Trainer später ist der Rückraum-Allrounder immer noch fester Bestandteil der Mannschaft – ein echtes Urgestein und sogar länger dabei als Coach Matthias Hinrichsen. Unzählige Erinnerungen prägen seine Zeit im HSG-Trikot: „So viele Highlights, dass es schwer ist, alle aufzuzählen – das Auswärtsspiel beim THW II in der Aufstiegssaison 2019/2020 oder Spiele, die wir per Buzzerbeater gewonnen haben, wie bei der SG FleHa II.“

Mit Blick auf die Entwicklung des Vereins findet Ötti vor allem eines bemerkenswert: „Es ist schon Wahnsinn, was wir hier mit unseren Mitteln erreicht haben.“ Gleichzeitig wünscht er sich, dass genau das nicht in Vergessenheit gerät: „Die Erwartungen an das Team müssen trotz unserer jüngsten Erfolge realistisch bleiben.“

Nach 13 Jahren in der 1. Männer möchte Ötti kürzertreten – nicht zuletzt, weil es immer herausfordernder wird, Beruf und semiprofessionellen Sport unter einen Hut zu bekommen. Ganz ohne Handball geht es natürlich nicht: Künftig will er die 2. Männer unterstützen und der Spielgemeinschaft so weiterhin erhalten bleiben.

Das sagt Trainer Hinrichsen: „Ich durfte Ötti zehn Jahre begleiten. Die ersten Jahre war er in der Abwehr und vor allem im Angriff eine unglaublich wichtige Waffe. Ötti ist immer da, wenn man ihn braucht. Genial finde ich seine Interpretation der offensiven Abwehr.“

Öttis Bilanz: 511 Tore in 313 Spielen seit der Saison 2013/14

Jarno Mumm

Auch Linksaußen Jarno Mumm zieht sich aus der 3. Liga zurück, bleibt dem Handball aber erhalten und läuft künftig für die 2. Männer der HSG Eider Harde auf. Bei Mumm reiht sich eine intensive Zeit an die nächste: ein emotionales Jahr Bundesliga-A-Jugend mit großem Rückhalt aus dem Dorf, bei den Männern der Weg von der SH-Liga über die Oberliga bis in die 3. Liga, inklusive Abstieg und direktem Wiederaufstieg. In der Saison 2022/23 krönte er sich mit rund 200 Toren zum Torschützenkönig der Oberliga.

Sein sportlicher Rhythmus wurde dabei leider immer wieder durch langwierige Verletzungen unterbrochen. Erst war es die Leiste, die ihn fast zwei Jahre zu einem Ärztemarathon zwang, dann machten lästige Schulterprobleme Handballspielen unmöglich. Besonders tragisch: Als Jarno sich wieder fit meldete, riss er sich im Training das Kreuzband.

„Dass ich es zweimal geschafft habe, nach einer so langen Zeit zurückzukommen, darauf bin ich superstolz“, sagt Mumm. Aktuell steht er immer noch bei einem Schnitt von knapp fünf Toren pro Spiel.

Das sagt Trainer Hinrichsen: „Jarno war bei uns über viele Jahre eine prägende Figur und einer unserer wichtigsten Torschützen. Er hat immer Verantwortung übernommen, wenn es darauf ankam. Besonders sein Umgang mit Rückschlägen imponiert mir.“

Bilanz: 777 Tore in 157 Spielen seit der Saison 2014/15

Thore Heinemann

„Langsam realisiere ich, dass die Reise mit der HSG vorbei ist, die sportlich überaus erfolgreiche Zeit und all die gemeinsamen Stunden im Bus, in der Halle und in der Kabine“, sagt Thore wehmütig, „es war etwas Besonderes, mit seinen besten Freunden auf diesem Niveau zusammenzuspielen – alle mit denselben Zielen und unter denselben Bedingungen.“ Thores Laufbahn in der 1. Männer begann früh: Schon mit 17 fuhr er mit ins Sommertrainingslager 2020 nach Dänemark. Ehrlich gesagt, weil sein Vater, Torwarttrainer Dirk Heinemann, ihn zum „Auffüllen“ mitbrachte.

Heine war kein besonders auffälliger Jugendspieler – talentiert ja, aber im Grunde genommen noch positionslos. Dass er sechs Jahre später mit Profivertrag ausgestattet von Wochenende zu Wochenende seinen Mann in Liga 3 bei der HSG und in Liga 2 beim VfL Lübeck-Schwartau steht, hätte damals niemand ahnen können.

„Bei der letzten Auswärtsfahrt hat sich unser Busfahrer von mir verabschiedet, aber ich habe gesagt: Du hast mich nicht zum letzten Mal gesehen. Wenn es passt, fahre ich auch als Fan mit zu einem Auswärtsspiel der HSG“, erzählt Thore.

Das sagt Trainer Hinrichsen: „Thore war von Anfang an unglaublich interessiert und motiviert. Zum Glück haben wir gesehen, welches Potenzial in ihm steckt – heute ist aus ihm ein auffällig guter Zweitliga-Kreisläufer geworden. Wahnsinn.“

Bilanz: 573 Tore in 124 Spielen seit der Saison 2020/21

Sören Hartwich

Sören Hartwich verabschiedet sich nach sechs Jahren von der HSG Eider Harde und folgt seinem Kumpel Thore Heinemann Richtung 2. Liga. Mit dem Sprung in den Profihandball endet für ihn eine intensive Zeit, die weit über den Handball hinausgeht. „Langsam merkt man, dass es wirklich vorbei ist und was man damit alles zurücklässt“, sagt der Tetenhusener. „Die Kameradschaft war bei uns immer die Basis für den sportlichen Erfolg.“

Zur HSG kam er mit 18 Jahren aus der A-Jugend der SG Flensburg-Handewitt – als Deutscher Meister und enorm talentierter Nachwuchsspieler. Der Wechsel direkt in den Männerbereich und die 3. Liga war trotzdem eine große Umstellung. Über die Jahre entwickelte sich Hartwich Schritt für Schritt zu einem festen Bestandteil der 1. Männer.

Wer es noch nicht wusste: Schon als Kinder trainierten Sören Hartwich und Thore Heinemann gemeinsam in Tetenhusen in einer „Ballgewöhnungsgruppe“. Wer hätte gedacht, dass aus den Jungs von damals echte Handball-Profis werden würden?

Das sagt Trainer Hinrichsen: „Sören hat sich Jahr für Jahr durch viel Fleiß stark verbessert und den größten physischen Sprung innerhalb der Mannschaft gemacht. Im Angriff harmoniert er gut mit dem Kreis, seine Stemmwürfe sind herausragend – insgesamt ein überdurchschnittlich guter Linkshänder.“

Bilanz: 480 Tore in 125 Spielen seit der Saison 2020/21

Jari Glumm
Last but not least verlässt Jari Glumm nach vier erfolgreichen Jahren die HSG Eider Harde und schließt sich dem Ligakonkurrenten TSV Altenholz an. Der Rückraum-Linke kam als 18-jähriger A-Jugendlicher von der Bramstedter TS zur HSG. Schon früh war erkennbar, dass hier nicht nur ein Talent, sondern ein fast fertiger Spieler für den Männerbereich kommt. In seiner ersten Saison hatte er entscheidenden Anteil am direkten Wiederaufstieg aus der Oberliga in die 3. Liga – mit insgesamt 109 Toren.

Auch in der 3. Liga entwickelte sich Glumm schnell zur festen Größe im Rückraum der Eider-Harde. Ein Kreuzbandriss stoppte ihn zwischenzeitlich, doch nach seiner Rückkehr fand er rasch wieder zu seiner alten Stärke und überzeugte erneut mit seiner Durchschlagskraft.

„Es fühlt sich komisch an, dass es jetzt vorbei sein soll. Ich möchte der Mannschaft ein großes Dankeschön aussprechen – das war stets eine sehr harmonische und besondere Zeit für mich. Mein letztes Heimspiel will ich unbedingt genießen. Erst danach kann ich wirklich an meinen Wechsel zum TSV Altenholz denken und mich darauf freuen“, sagt Jari Glumm

Das sagt Trainer Hinrichsen: „Mit Jari hatte ich von Anfang an einen guten Vibe – einer von uns hat meistens ein Grinsen im Gesicht gehabt. Als sehr junger Spieler hat er sich schnell gut in unser System integriert. Seine Power und Dynamik werden uns definitiv sehr fehlen.“

Bilanz: 309 Tore in 83 Spielen seit der Saison 2022/23

Matthias Hinrichsen zum Abschied des Quintetts: „Ich möchte mich bei allen fünf Spielern ausdrücklich bedanken, dass sie mir über die gesamte Zeit ihr Vertrauen geschenkt haben. Wir hatten eine richtig gute gemeinsame Ebene und haben Handball zusammengelebt – mit viel Leidenschaft und Identifikation. Besonders wichtig ist mir auch, dass wir selbst in schwierigen individuellen Situationen immer respektvoll miteinander umgegangen sind.“

Infos zum Gegner

HSG Ostsee N/G

Tabellenplatz 14, 15:43 Punkte

6 Siege, 3 Remis, 20 Niederlagen

896 Tore, davon 101 Siebenmeter, 990 Gegentore

Beste Torschützen: Linksaußen Lucas Harms 157/87 Tore, Rückraum Rechts Jasper Bruhn 142, Rückraum Mitte Friedrich Paul Kilias 97/1

Meiste Zeitstrafen: Mats Schramm mit 23 in 25 Spielen

Hier findet Ihr den Giebel