1. Männer Eider Harde fordert den Tabellenführer

Geht nicht, gibt’s nicht. Was viele noch als Claim einer mittlerweile verschwundenen Baumarktkette kennen, dürfte an diesem Freitag das Motto der HSG Eider Harde sein. Die Handball-Männer von Trainer Matthias Hinrichsen erwarten den Klassenprimus der 3. Liga Nord-Ost in der Hohner Werner-Kuhrt-Halle: die Eintracht aus Hildesheim. Erklärtes Ziel der Domstädter: die Rückkehr in den Profi-Handball. Wie kann die „kleine“ Spielgemeinschaft aus Breiholz, Hamdorf, Elsdorf und Hohn gegen so einen Übergegner anstinken? Um nochmal den besagten Baumarkt ins Spiel zu bringen, vielleicht mit „20 Prozent auf alles“?
20 Prozent mehr Angriffseffektivität, 20 Prozent weniger Fehler, 20 Prozent mehr Herzblut.
Und ernsthaft? „Wir wissen, dass wir als Außenseiter alles reinwerfen müssen, um an die Überraschung glauben zu dürfen. Aber wir haben Bock darauf“, sagt Hinrichsen. Anwurf ist um 20.30 Uhr. Tickets gibt es an der Abendkasse. Wer vorher zuschlagen will, kann das unter www.diginights.com tun.
Die Gäste brillieren in dieser Saison mit einem taktischen Kniff, der den Eider-Handballern schon bei der 18:27-Hinspielniederlage überhaupt nicht gefallen hat: eine unorthodoxe 3:3-Abwehr. Hinrichsen: „Das bedeutet viel Gerenne. Wir dürfen nicht leichtfertig den Ball hergeben, denn ansonsten bestrafen sie dich mit Tempogegenstößen am Fließband. Ziel muss es sein, sie ins 6 gegen 6 zu kriegen. Dann können wir mit unserer Abwehr dagegenhalten.“
Die Eider-Defensive wird gegen eine der treffsichersten Offensiven der Liga Beton anrühren müssen. Im Schnitt werfen die Hildesheimer 34 Tore pro Spiel. Ihr bester Schütze ist Mittelmann Piet Möller, der 2024 von der HSG Ostsee zur Eintracht stieß.
Obwohl der Tabellenführer mit einer Erfolgsserie von sechs Siegen am Stück nach Hohn reist und vollgepumpt mit Selbstvertrauen sein dürfte, haben die Gäste Respekt vor dem Tabellenneunten. Auf ihrer Homepage ist von einem „unbequemen Gegner“ zu lesen, auf den sie zu später Stunde treffen werden. Eintracht-Trainer Daniel Deutsch rechnet mit demselben Kader, der zuletzt das Derby gegen die Sportfreunde Söhre für sich entscheiden konnte. Ausfallen werden weiterhin Jakub Tonar und Luca Hopfmann. Bei der HSG grassiert die Erkältungswelle. Hinter dem Einsatz einiger Spieler steht ein Fragezeichen.
Den letzten Ausrutscher leisteten sich die Hildesheimer gegen den Stralsunder HV. In Hohn sind zwei Punkte und der siebte Auswärtssieg der Saison fest eingeplant. Hinrichsen: „Wir freuen uns tierisch auf die Begegnung und hoffen auf eine brechend volle Halle mit der entsprechenden Stimmung.“
Infos zum Gegner
Eintracht Hildesheim
Tabellenplatz 1, 31:5 Punkte
15 Siege, 2 Niederlagen, 1 Remis
612 Tore, davon 87 Siebenmeter, 476 Gegentore
Beste Torschützen: Rückraum Mitte Piet Möller 134/75 Tore, Rückraum Mitte/Links Jakub Tonar 83, Rechtsaußen Lukas Quedenbaum 66/12
Meiste Zeitstrafen: Philipp Wäger mit 11 in 18 Spielen
Hier findet Ihr den Giebel