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1. Männer Rohwer stoppt, Eider dreht auf

Enorm wichtige Punkte haben die Handball-Männer der HSG Eider Harde am 17. Spieltag in der 3. Liga Nord-Ost eingesammelt. Wichtig für die gute Laune, für die Moral und für das Polster zur Abstiegszone, das wieder auf sieben Punkte angewachsen ist. Und natürlich hatte der 38:36 (17:22)-Auswärtssieg beim SV 04 Plauen-Oberlosa auch folgenschwere Auswirkungen auf die Stimmungslage in den drei Neunsitzer-Bussen, mit denen die HSG die 600 Kilometer lange Reise Richtung deutsch-tschechischer Grenze angetreten war.

„Das hat richtig Spaß gemacht“, freute sich Eider-Trainer Matthias Hinrichsen am Sonntagmittag, um mit einem Augenzwinkern hinterher zu schicken: „Warum nicht immer so?“ Der Coach zeigte sich überaus angetan von der Leistung seines Teams: „In Plauen gewinnt nicht jeder.“ Das stimmt. Sogar Spitzenreiter Hildesheim hat hier verloren.

Zur Halbzeit und auch noch in der 35. Minute (19:25) roch es überhaupt nicht nach einem Auswärtssieg. So passabel es im Angriff lief, so oft zappelte der Ball im eigenen Netz. Nach 22 Minuten hatte Hinrichsen beim Stand von 13:19 bereits das zweite Mal die grüne Karte zur Auszeit gezogen. „Wir haben in den letzten Tagen sehr viel über Angriffseffektivität gesprochen. Die Worte scheinen angekommen zu sein. Hauptziel erfüllt. Aber natürlich sind 22 Gegentore nach 30 Minuten zu viel. Allerdings fand ich nicht, dass wir katastrophal gedeckt haben. Der Gegner war individuell nur enorm stark und wir hatten kaum Torhüterparaden. Es war ein richtig intensives und niveauvolles Spiel beider Mannschaften. Das schönste seit Langem“, resümierte Hinrichsen rundum zufrieden.

Aber was war letztlich der Wendepunkt, der die HSG auf die Siegerstraße brachte?

Hinrichsen: „Für mich war Georg Rohwer der Matchwinner. Wie er es hinbekommen hat, den Spielfluss des Gegners im Rückraum mit seinen Stoppfouls zu unterbrechen, war immens wichtig für uns.“ Vorne nahm Rohwer zudem im Spiel 7 gegen 6, das die HSG nahezu dauerhaft durchzog, eine entscheidende Rolle auf Halbrechts ein.

Darüber hinaus lässt sich ein bunter Strauß an weiteren Gründen für den Auswärtssieg aufzählen. Ein richtig starker Jari Glumm zum Beispiel, ein ebenso toller Auftritt von Finn-Luca Bies, dessen Instinkt, die richtigen Entscheidungen zu treffen, Hinrichsen beeindruckt, oder vier wichtige Tore innerhalb von sechs Minuten in der zweiten Halbzeit von Rechtsaußen Hauke Frahm.

Auch ein Thore Heinemann, der für seine Verhältnisse ungewöhnlich lange auf der Bank saß, trug in der Schlussphase noch vier spielentscheidende Tore bei. Um der ganzen Wahrheit die Ehre zu geben, muss jedoch auch erwähnt werden, dass sich die HSG aufgrund der Vielzahl von Pfostenwürfen des Gegners bei Fortuna bedanken durfte.

Unterm Strich ging der Eider-Sieg trotzdem in Ordnung, fand auch Georg Rohwer: „Wir haben eine super zweite Halbzeit gespielt und können jetzt in Ruhe die beiden nächsten schweren Aufgaben gegen die Füchse Berlin und in Altenholz angehen. Die zwei Punkte sind Gold wert.“ Zum Dank durfte der Matchwinner einen der drei Partybusse die rund 600 Kilometer wieder nach Hause steuern. „Das habe ich sehr gerne gemacht“, schmunzelte der Kapitän, der genau wie seine Teamkollegen gespannt ist, ob die Füchse Berlin nächsten Sonnabend mit Star-Trainer Krickau in Hohn anreisen werden, der an diesem Wochenende bei der 2. Mannschaft aushalf.

Schmidt, Haack; T. Heckel (1), Rohwer (1), Kock (1), J. Oettershagen, Schneider (3), Mumm (2), Heinemann (6), Hartwich (2), Dau (1), Abelmann-Brockmann (4/4), Glumm (7), Frahm (4), Bies (6), Hamann