1. Männer Déjà-vu: Wieder zwei Gesichter gezeigt

So, so bitter. „Noch bitterer als die Niederlage in Barmbek“, meinte Matthias Hinrichsen, Trainer der Drittliga-Handballer der HSG Eider Harde, nach Schlusspfiff. Ein Schlusspfiff, der wehtat. Die HSG hatte den Tabellenführer MTV Braunschweig eigentlich schon bei den Hörnern gepackt. Acht Tore führten die Gäste zur Pause: 22:14. Das Problem: Die zweite Halbzeit ging mit 10:21 verloren. Endstand: 35:32 für den MTV. „Ich bin hochgradig unzufrieden“, so Hinrichsen. Sein Fazit: „Wenn du mit acht Toren zur Halbzeit führst, musst du das selbst beim Spitzenreiter nach Hause bringen.“
Warum ist das nicht geschehen?
Beginnen wir chronologisch. Die erste Hälfte dürfte für künftige Gegner der Braunschweiger als Anschauungsunterricht dienen. Taktik der HSG: Check. Einstellung: Check. Emotionen: Check. Individualität im Rückraum: maximaler Check. Wie aus einem Guss spielte die HSG auf, demontierte den Tabellenführer förmlich. Neun Tore (17:8) lagen die Gäste phasenweise in Front. Kempa, Rückhandtor, Wackler im Minutentakt – die MTV-Abwehr sah nur die Hacken der Eider-Angreifer.
Nach 13 Minuten hatte Heimtrainer Volker Mudrow beim Stand von 4:11 schon die zweite Auszeit genommen. Hätte er eine dritte nehmen dürfen, er hätte sie vermutlich wenige Minuten später gezogen – so dominant traten die Hinrichsen-Männer in Hälfte eins auf. „Alles, was wir uns vorgenommen hatten, hat funktioniert. Vorne wie hinten“, bilanzierte der HSG-Trainer. Hätten die Gäste zwischendurch auch noch einen Lottoschein abgegeben, sie hätten vermutlich sechs Richtige gehabt.
Sechs Richtige sind ein gutes Stichwort. Die „sechs Richtigen“ in der Offensive hießen in der ersten Halbzeit von links Jarno Mumm, Malte Abelmann-Brockmann, Finn-Luca Bies, Sören Hartwich, Hauke Frahm und Thore Heinemann. Hinrichsen: „Sie haben es überragend gemacht.“ Leider nur gute 30 Minuten lang. Nach dem Wechsel ging nicht mehr viel. Braunschweig wurde immer offensiver, die Eider-Handballer kamen nicht mehr durch – und wenn, verballerten sie zu viele Chancen. Und dann waren da noch die Schiedsrichter, die ebenfalls ihren Teil beitrugen. „Drei Tore haben sie uns weggepfiffen“, monierte der HSG-Coach.
Die Schlussphase gehörte dem MTV: Von 31:31 (56.) stellten die Hausherren auf 35:32. Den knapp 1.000 Zuschauern in der Sporthalle Alte Waage fielen mehrere Felsbrocken vom Herzen.
Hinrichsen: „Am Ende ist es unsere eigene Schuld, dass wir in der zweiten Halbzeit zu sehr in den Verwaltungsmodus geschaltet haben. Genau das wollten wir eigentlich nicht.“
Schmidt, Haack; T. Heckel (1), Kock (2), J. Oettershagen, Schneider, Heinemann (4), Hartwich (7), Abelmann-Brockmann (8/3), Glumm, Frahm (1), Bies (7), Hamann, Rohwer (2), Dau