1. Männer Vorentscheidung in neun Minuten: HSG schlägt DHK

Zweimal gegen DHK Flensborg gespielt, vier Punkte geholt. Die Derby-Bilanz der Handball-Männer der HSG Eider Harde gegen das SDU-Team kann sich in dieser Saison sehen lassen. Entgegen allen Erwartungen verzichtete die Mannschaft von Trainer Matthias Hinrichsen – übrigens ein ehemaliger DHKler – diesmal auf einen Krimi. Stattdessen setzte sie sich klar und deutlich in einer pickepackevollen und stimmungsvollen Hohner Sporthalle mit 39:32 (21:14) durch. In der Tabelle der 3. Liga Nord-Ost beträgt der Vorsprung der HSG auf die Flensburger jetzt fünf Punkte. Nicht unwichtig für Eider. „Wir wollen in der Abschlusstabelle vor dem DHK landen. Da schwingt immer auch ein bisschen Prestige mit“, grinst Hinrichsen.
Seine Analyse des Spiels beschränkte sich auf wenige Derby-Minuten.
Es sind die neun Minuten vor dem Pausenpfiff zwischen der 17. und 26. Minute, in denen die HSG von 11:11 auf 19:11 stellte. Ein 8:0-Lauf zur Vorentscheidung. Bis dahin schien Hinrichsens Matchplan nicht aufzugehen oder anders formuliert: Die Eider-Handballer hielten sich nicht daran. „Wir haben unsere Abwehr gegen das 7 gegen 6 zu offensiv interpretiert, sind dann wieder etwas passiver geworden“, berichtete Hinrichsen vom Game-Changer-Moment. Fortan tat sich DHK-Riese Thilo Knutzen als Entscheidungsspieler schwerer. Zudem kam HSG-Keeper Jorge Schmidt besser ins Spiel. Er legte mit seinen Paraden den Grundstein für die Vorentscheidung.
Vorne strotzten die Gastgeber nur so vor Durchschlagskraft.
Jari Glumm erwischte einen Sahnetag, ebenso Sören Hartwich und auch Thore Heinemann. Unbedingt erwähnt werden muss auch die Leistung von Finn-Luca Bies. Der Mittelmann bringt mit seinen überraschenden, intuitiven und unberechenbaren Aktionen das gewisse Etwas zurück ins Eider-Spiel.
Hinrichsen: „Im Angriff war ich sehr zufrieden, die Passgeschwindigkeit hat gestimmt. Deswegen habe ich wenig gewechselt. Unser 7 gegen 6 hat auch gut funktioniert. Sechs Tore aus acht Angriffen.“ Was Hinrichsen außerdem hervorhob: „Diesmal hat unser Linksaußen ein paar Würfe bekommen. Daran müssen wir unbedingt arbeiten, dass wir wieder mehr für den Außen spielen. Mit Kevin Hamann und Jarno Mumm haben wir zwei Top-Linksaußen.“ Einziger Wermutstropfen des Spieltags: Max Dau musste mit einem dicken Knie in der ersten Halbzeit ausgewechselt werden. Alle Daumen sind gedrückt, dass die Diagnose nichts Schlimmes ergibt.
Nach dem Derby ist vor dem Derby. Am kommenden Freitag geht es in die Wandsbeker Sporthalle zum Duell mit der HG Hamburg-Barmbek (20.30 Uhr). Das Hinspiel ging zuhause verloren. Hinrichsen: „Wir haben noch eine Rechnung offen.“ Der Coach hofft auf viele Eider-Supporter in der Hansestadt.
Schmidt, Haack; T. Heckel (2), Kock, J. Oettershagen, Schneider (2), Heinemann (6), Hartwich (9), Abelmann-Brockmann (4/4), Glumm (8), Frahm (2), Bies (5), Hamann, Rohwer, Dau (1)




