1. Männer Enttäuschung und Stolz: Eider Harde durchlebt Wechselbad der Gefühle

Ein Derby an der Küste. Rund 300 Zuschauer in der Grömitzer Ostholsteinhalle. Hohe Erwartungen, jede Menge Energie – und am Ende eine 28:31-Niederlage bei der HSG Ostsee N/G. Die erste Derby-Niederlage überhaupt der Handball-Männer der HSG Eider Harde gegen diesen Gegner in der 3. Liga Nord-Ost. Verdient. Und trotzdem komplizierter, als es das Ergebnis weismachen will.
Die Truppe von Trainer Matthias Hinrichsen geht mit 13:17 Punkten in die Weihnachtspause. Ein Absetzen von der Abstiegszone hat nicht funktioniert. Vor allem im Angriff fehlte die Klarheit, die Konsequenz, vielleicht dieser eine Moment, der Spiele kippen lässt. Schon gegen den SC Magdeburg II am vergangenen Wochenende blieb zu viel liegen – auch im Derby konnte die HSG ihr wahres Gesicht nicht über 60 Minuten zeigen.
Nach Schlusspfiff passiert dann etwas, das nicht selbstverständlich ist. Kein Donnerwetter des Trainers, kein Draufhauen aufs Team. Stattdessen ein Lob. Für den Charakter. Für den Willen. Für das, was diese Mannschaft ausmacht. Hinrichsen schätzt sie wert: „Ich kann gar nicht genau erklären, warum wir die Leistung aus den Trainingseinheiten in den letzten beiden Spielen nicht auf die Platte bekommen haben. Aber ich habe gesehen, dass jeder wollte. Jeder ist bereit, für dieses coole Projekt alles zu investieren. Es war deutlich besser als gegen Magdeburg. Ich mag diese Mannschaft einfach. Es macht mir Spaß, mit ihr zu arbeiten, zu kämpfen, Lösungen zu finden. Natürlich bin ich enttäuscht über die Niederlage – aber ich habe Spaß an dieser Truppe. Sie hat das Herz am richtigen Fleck.“
Vielleicht ist genau das der Punkt. Manchmal zeigen Spiele nicht das, was eine Mannschaft wirklich ist. Die HSG Eider Harde enttäuscht am letzten Hinrunden-Spieltag – und geht gleichzeitig mit Stolz in die Pause.
Das Team wünscht frohe Festtage und einen guten Start ins neue Jahr. Wir sehen uns 2026.
Schmidt, Haack; Rohwer (1), Kock (1), J. Oettershagen, Schneider (3), Mumm, Hartwich (7), Dau (1), Abelmann-Brockmann (5/3), Frahm, Hamann (1), T. Heckel (7), Bies (2), Jonas, R. Heckel